Welcher Browser ist der sicherste?

Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!

Schön, dass genau dieser Spruch in Wikipedia unter dem Stichwort Totschlagargument zu finden ist. Natürlich kann man auch über Statistiken trefflich streiten, aber im Kern beruhen zumindest die meisten auf Fakten.

Eine Studie des spanischen Sicherheitsdienstleisters S21sec bietet einen Rückblick auf Sicherheitslücken der vergangenen 10 Jahre. Besonders interessant finde ich die Zahlen zu Sicherheitslücken in Browsern, da diese der gefühlten Sicherheit stark widersprechen. Insbesondere Microsoft’s Internet Explorer hat mit seinem „schlechten“ Ruf aus vergangenen Tagen zu kämpfen, während die Mythen „Sicherer Firefox“ und „Quantensprung Google Chrome“ ihren Beitrag zu diesem Widerspruch leisten.

Kritik *

Natürlich besitzt auch die obige Grafik einige Aussagekraft und ermöglicht Rückschlüsse über die Anfälligkeit der jeweiligen Browser. Zumindest kann man als Anwender klar ableiten, welchen Browser man einsetzen sollte, um möglichst gut gegen Angriffe gewappnet zu sein.

Was man nicht kann, ist, aus den Zahlen abzuleiten, welcher Browser der sicherste ist. Der sicherste im Hinblick auf die Anstrengungen, die man unternehmen muss, um als Angreifer eine Lücke zu finden.

Worauf stürzen sich Angreifer? *

Sicher nicht auf einen Nischenbrowser, der einen verschwindend geringen Marktanteil hat. Interessant wird die Sache dann, wenn man durch eine Lücke möglichst viele Rechner kompromittieren kann.

Regel
Je größer der Marktanteil eines Programmes (hier Browsers), desto größer ist der Angriffsdruck, unter dem das Programm (hier Browser) steht.

Es ist nicht einfach, eine verlässliche Übersicht über aktuelle Marktanteile der Browser zu finden. Unter Browser-Statistik findet man zumindest Zahlen, mit denen man arbeiten kann. Setzt man die Anzahl gefundener Fehler ins Verhältnis zum Marktanteil (identisch mit Angriffsdruck), erhält man folgende Tabelle:

Je niedriger der Wert Fehler pro Marktanteil, desto weniger anfällig dürfte der jeweilige Browser sein.

Die Rangfolge der sichersten Browser verschiebt sich dadurch jetzt etwas:

1.Platz
Microsoft Internet Explorer
2. Platz
Firefox
3. Platz
Safari
4. Platz
Opera
5. Platz
Google Chrome

Opera und Google Chrome belegen weit abgeschlagen die hinteren Plätze.

Um es etwas deutlicher auszudrücken:
Es ist 14 Mal wahrscheinlicher, beim Surfen mit Google Chrome einer Schadsoftware Zugang zum eigenen Rechner zu gewähren, als beim Surfen mit Internet Explorer oder Firefox.

Natürlich hat auch diese Aussage ihre Schwächen, da die Datenbasis weiter verfeinert werden müsste. Eine wichtige Empfehlung im Zusammenhang mit der Sicherheit des eigenen Rechners lautet:

Halte Dein System und die darauf befindliche Software auf dem aktuellen Stand. Spiele Updates des Betriebssystems und des Browsers regelmäßig ein.

Insbesondere der Internet Explorer dürfte hier nochmals um einiges besser dastehen, da die als unsicher geltenden Versionen 6 und 7 einen erheblichen Anteil haben. Wer Version 8 oder 9 des Internet Explorers einsetzt, kann sich, genauso wie Nutzer von Firefox 10 oder höher, relativ sicher fühlen. Zudem gibt es diverse Add-ons und Plug-Ins für Firefox, mit denen man die Sicherheit steigern kann. So profitiert man zum Beispiel hinsichtlich Sicherheit und Privatspäre, indem man Werbung im Firefox blockiert.

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2 Antworten

  1. Teddy sagt:

    Google Chrome mag schnell sein, hat mir aber nie gefallen und diese Statistik sagt mir den Rest zum Chrome. Hatte den mal Testweise und wieder runtergeworfen. Bin jetzt abwechselnd mit Firefox und Internet Explorer unterwegs. Da hat jeder mal die Nase vorn und bei hohen Marktanteilen steigt natürlich der Druck. Allerdings zweifle ich ein wenig an den Marktanleilen der obigen Statistik: soll der Firefox wirklich so weit vor dem Internet Explorer liegen?

    • Chef sagt:

      Ehrlich gesagt war ich ebenfalls total überrascht, als ich die Marktanteile gesehen habe. Folglich habe ich natürlich nach anderen Quellen gesucht, die mir letztlich aber das gleiche Bild gezeigt haben. Es sieht ganz so aus, als habe Firefox den IE deutlich abgehängt?! Was die Nutzbarkeit angeht, gebe ich Ihnen absolut recht. Mal kann der eine etwas besser, mal der andere.

Zum Angang...