Umgang mit sozialen Netzwerken

Gemeinsam haben wir die Pläne der Schufa, sich unsere Freundesliste bei Facebook zu Nutze zu machen, durchkreuzt. Ein Aufschrei ging durch die Bevölkerung, Jung und Alt, Arm und Reich zogen an einem Strang und es zeigte Wirkung. Ist der Spuk jetzt vorbei?

Zumindest sorgte das Forschungsprojekt im Auftrag der Schufa für großes mediales Interesse. Es dürfte damit dem Dümmsten klar geworden sein, welches negative Potential in den gehorteten Daten der Internetgiganten liegt.

Meine Prognose: Es wird künftig massenhaft Firmen geben, die die Daten sozialer Netzwerke gnadenlos ausnutzen werden.

Firmen wie Facebook sind ohne die Daten Ihrer Nutzer nahezu nichts wert. Ein paar Server und eine Software sind nicht genug um einen Börsenwert von 104 Milliarden US Dollar auch nur annähernd zu rechtfertigen. Alle spekulieren auf die Goldgrube Nutzerdaten.

Das möchte jedoch kaum jemand hören! Wir wollen Spaß und keine Konfrontation mit lästigem Datenschutz. Was bringt es, wenn man in den Privacy Einstellungen Feintuning betreiben kann, Facebook selbst jedoch umfassenden Zugriff auf alle Daten hat.

Wir verrammeln unser Haus nach vorne hin mit ausgeklügelten Privacy-Regeln und lassen gleichzeitig zu, dass unser Vermieter „Facebook“ jeden, der bereit ist, einen finanziellen Beitrag zu leisten, durch die Hintertür in unser Haus lässt. Ist das Logik?

Facebook goes democracy *

Facebook setzt neue Regeln in Kraft“ heißt es in einer Schlagzeile. Wer wollte, der konnte an einer Abstimmung teilnehmen, bei der es um Nutzungs- und Datenschutz-Richtlinien ging. Nur unglaublich mickrige 0,04% der Nutzer nahmen überhaupt an der Abstimmung teil. Als Dank werden einige Daten bei Facebook jetzt noch länger gespeichert. Selbstverständlich im Sinne des Anwenders, damit Facebook sein Angebot noch besser auf jeden einzelnen zuschneiden kann 😉

Unklar ist zumindest mir, wie ein solches Ergebnis zustande kommt. Ist es Desinteresse, Blauäugigkeit, Unwissenheit?

Die Hoffnung stirbt zuletzt *

Ich hege allerdings Hoffnung, da der Vorfall Schufa zumindest zeigt, dass man nicht bereit ist, sich den Möglichkeiten modernen Data-minings vollkommen willenlos zu ergeben. Schade nur, dass es immer erst eines derartigen Rummels bedarf, bis reagiert wird.

Wer durchforstet schon heute die Daten im Netz *

In einem Spiegel Artikel „Was Facebook über Sie verrät“ gibt es bereits ein paar interessante Aussichten.

Scheidungsanwälte, die nach Belegen für Ehebruch suchen, italienische Steuerfander, Gangster und Ganoven, die sich Informationen besorgen und Krankenversicherungen, die sich bei angeblich wegen Depression krankgeschriebenen Versicherten nochmals melden, wenn Urlaubsbilder zu glücklich scheinen. Sicher nur ein kleiner Auszug.

Absichern des Profils hilft nur bedingt, da man, wie oben beschrieben, durch die Hintertür Zugang zu dem Datenschatz erlangen kann. Zudem sind diverse Facebook-Apps extrem neugierig und sammeln, ganz ohne Wissen des Nutzers, im Hintergrund nützliche und gewinnbringende Informationen.

Was hilft wirklich? *

Da uns zurzeit national kaum jemand und international niemand schützt, können nur wir uns selbst helfen! Ausschließlich sorgsamer Umgang mit den eigenen Daten schützt dauerhaft und zuverlässig.

TIPP:

Stelle nichts ins Internet, was Du nicht auch auf eine Postkarte schreiben würdest!

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