PC- und Internet – Missverständnisse

Für mich selbst ist es nicht ganz nachvollziehbar, wieso im Umgang mit PC und Internet so unglaubliche Missverständnisse vorherrschen. In einer Studie von GData, die zwar schon einige Monat alt ist, an Aktualität in diesem Zusammenhang jedoch nicht verloren haben dürfte, kann man erschreckende Dinge lesen.

Aufklärung tut Not! 

Die schlimmsten Irrtümer

Irrtum 1: Ein Umstand, den ich selbst insbesondere durch das Feedback im Zusammenhang mit dem Bundestrojaner und unserem ArchiCrypt Anti-Bundestrojaner bestätigen kann, ist, dass unglaublich viele Anwender denken, sie würden es merken, wenn ihr Rechner mit einem Schadprogramm infiziert ist.

Das ist vollkommen abwegig! Selbst mir, der ich mir ein paar Computerkenntnisse zugestehen würde, würde es nicht unmittelbar bemerken. Die Schadprogramme sind unglaublich geschickt, verbergen sich in den Tiefen des Systems und verstecken sich hinter Alltagsprogrammen wie zum Beispiel dem Browser, der Textverarbeitung etc. Nur dann, wenn ich mit entsprechenden Werkzeugen auf die Suche gehen würde, dann hätte ich eine Chance.
Es ist eben in den meisten Fällen nicht mehr so, dass Schadprogramme den Rechner lahm legen, Abstürze sich häufen und haufenweise Popup Fenster erscheinen. Diese Merkmale stammen aus den 90er Jahren.

Irrtum 2: Viele glauben, E-Mails seien das Einfallstor Nummer 1 wenn es um Viren und Trojaner geht.

Ich selbst würde hier das Ergebnis der Studie etwas umformulieren bzw. relativieren. Ein entsprechendes Verhalten vorausgesetzt, dürfte das „Vorurteil“ stimmen. Wer sich von bestimmten Internetseiten fernhält, wer Tauschbörsen nicht nutzt, der dürfte tatsächlich eher im Zusammenhang mit E-Mails in Berührung mit Schadsoftware kommen. Und zwar auf zwei verschiedene Arten.
Entweder ist der Schadcode direkter Bestandteil der E-Mail, oder ein geschickt kaschierter Link verweist auf eine Internetseite mit Schadcode. Diesem Umstand tragen wir seit Jahren mit unserem E-Mail Modul in ArchiCrypt NoSpam Rechnung. Bewegt man die Maus über einen Link in einer E-Mail, wird die wahre Zieladresse angezeigt.
Wer sich hingegen in den „dunklen Ecken“ des Internet herumtreibt, wird, wie im richtigen Leben auch, früher oder später Opfer. Hier kommt dann auch der dritte Irrtum zum tragen.

Irrtum 3: Der Besuch einer Internetseite alleine genügt nicht, um den PC zu infizieren.

Gerade diese Variante ist im Internet inzwischen sehr weit verbreitet und dürfte die E-Mail als Schadcode Verbreiter überholt haben. Drive-by-Download ist hier das Zauberwort. Konkret geht es um das unbewusste bzw. unbeabsichtigte Herunterladen von Software auf den PC des Surfers. Schadsoftware wird, unter Ausnutzung von Sicherheitslücken im Browser,  rein durch den Besuch, ohne Aktion des Anwenders auf den PC geladen. Die eigentlichen Betreiber der WEB-Seite wissen meist nichts davon.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich eine Studie von Microsoft nicht unerwähnt lassen, die den Anwender als größtes Sicherheitsrisiko bezeichnet.

Aus meiner Sicht muss man bei beiden Studien sehr genau hinsehen, von wem sie die jeweilige stammt. Ein Hersteller von Antivirensoftware, der natürlich sensibilisieren muss um Umsätze zu generieren und ein Hersteller von Betriebssystemen, der natürlich die Schuld nicht alleine übernehmen möchte. Und Recht haben im Prinzip beide.

FAZIT:

Man kann seinen PC ohne Sicherheitssoftware betreiben, aber es ist grob fahrlässig. Man kann durch sein Verhalten die Risiken minimieren, aber man kann sie nicht ausschließen.

Folglich kommt man um eine Antivirensoftware und um einen Firewall nicht herum. Gleichzeitig warne ich vor Raubkopien (nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mittelfristig kleinere Firmen wie die unsere in de Ruin treiben – ist aber ein anderes Thema), geklauten Musik- und Videostücken und dem unreflektierten Klicken auf alles, was wie ein Link aussieht. Mails sollten grundsätzlich sehr kritisch hinterfragt werden. Im Zweifelsfall kann man den Absender oft ganz klassich auch anrufen. Wer sich in den Schmuddelecken des Internet herumtreibt, wir hingegen definitiv Probleme bekommen.

Ach ja: Es gibt trotz aller Maßnahmen keine 100% Sicherheit!

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