Facebook – Macht traurig

Ja, das Dauerthema Facebook lässt uns nicht los! Nutzt man es nicht, ist man außen vor, nutzt man es, macht es traurig. Und zwar nicht nur deshalb traurig, weil die Facebook Aktie genau das hält, was Experten vorhergesagt haben.

Wie werde ich mit Facebook unglücklich? *

Gehen Sie einmal tief in sich! Suchen Sie dort, ohne sich selbst zu belügen, nach einem Tag, an dem Sie sich in Facebook eingeloggt haben und Ihre gute Laune schlagartig wie weggeblasen war. Ich möchte hier nicht auf das sehr ernste Thema Cybermobbing eingehen, sondern die diffizileren Mechanismen ansprechen.

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass der sicherste Weg zum Unglücklichsein darin besteht, ständig Vergleiche anzustellen.

Es gibt immer einen, der schlauer, schneller und schöner ist. Es gibt immer einen, der ein schnelleres Auto, ein neueres Handy und ein größeres Haus hat. Ich stehe im Garten und grille Würstchen, da postet ein anderer, dass er gerade das beste Steak seines Lebens isst. Selbst wenn man nicht zu den Menschen gehört, die dazu neigen, sich mit anderen zu vergleichen, Facebook zwingt einen dazu. Die wenigsten unter uns dürften ein derart ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, dass Ihnen die Meinung anderer gänzlich gleichgültig ist.

Ich mache gerade etwas Tolleres *

Man kann (von Ausnahmen einmal abgesehen) nicht einfach posten, dass man gerade in einem durchschnittlichen Restaurant eine durchschnittliche Pizza ist. Nein, etwas Besonderes muss her. Notfalls wird übertrieben oder erfunden. So werden das Restaurant dann eben zur „Entdeckung des Jahres“ und die Pizza „zum besten Pizzum seit 2 Jahren“. Natürlich erregt man auch mit der Aussage, dass es sich bei dem Restaurant um eine Kaschemme und bei der Pizza um ein rundes Stück Dreck handelt, entsprechende Aufmerksamkeit. Viele posten eben schon so, dass es schwer zu toppen sein wird.

 

Das Problem: Alle machen das so!

Sind unsere Freunde glücklicher als wir? *

Viele denken das! Andere sind glücklicher und haben ein besseres Leben. Klar, dass man so leicht ein Gefühl der nebulösen Ungerechtigkeit erlebt. Schuld an dieser Misere sind unterbewusste Automatismen.

Wir sind Zeuge einer digitalen Scheinwelt:

Die meisten haben massenhaft Facebook „Freunde“. Anders als reale Freunde, die man trifft und mit denen man sich intensiver austauscht, tritt man mit der Facebook Freundschaft über die Plattform in Kontakt. Die meisten posten ausschließlich nach dem oben erwähnten Prinzip:

Es gefällt, was extrem ist!

Zumeist eben extrem positiv. Und wir werden Zeuge dieser digitalen Scheinwelt, ohne dass uns bewusst ist, dass es sich um eine Scheinwelt handelt.

Auf Fotos wird Spaß gehabt, was das Zeug hält. Man schmunzelt und lächelt auf den Bildern bis der Arzt kommt. Wir übertragen diese Freude auf die Person. Ein unglaublich zufriedener und glücklicher Mensch dieser Facebook Freund. Immer am Lachen und Spaßhaben der Kollege! Aber auch hier haben wir es nur mit einem ganz kurzen Auszug zu tun, den wir dann für das Gesamte hernehmen. Ein emotionaler Schnappschuss!

Die zugehörige Studie *

„They Are Happier and Having Better Lives than I Am“: The Impact of Using Facebook on Perceptions of Others‘ Lives. So der Titel einer Studie aus 2012 der Universität Utah Valley. Mehr als 400 Studenten nahmen an der Untersuchung teil und bestätigten die obigen Aussagen.

Ist doch eine klassische lose-lose-Situation, oder?

Mein TIPP *

Überbewerten Sie die Aussagen anderer nicht und machen Sie sich gelegentlich bewusst, dass Facebook nur ein ganz kleiner und völlig überzeichneter Auszug der Wirklichkeit ist! Außerdem ist meine Grillwurst bezahlt. Wer weiß, wie es auf dem Konto des „Mein Bestes Steak“ Posters aussieht 😉

 

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