Das Betriebssystem auf der RAM Disk

Wäre es nicht toll, wenn man ein ganzes Betriebssystem auf einer RAM Disk unterbringen könnte? Wäre es nicht toll, wenn man dieses System per Mausklick in wenigen Sekunden wieder auf einen bestimmten Zustand zurücksetzen könnte? Die Umsetzung ist leichter als man denkt!

Betriebssystem auf einer RAM Disk

Betriebssystem auf RAM Disk

Man benötigt dazu ArchiCrypt Ultimate RAM-Disk (Standard Version) und mindestens den kostenlosen VMWare Player. Als Betriebssystem wurde Ubuntu ausgesucht. Es handelt sich dabei um eine komfortable und leicht zu bedienende Linux Distribution. Als Ergebnis werden wir eine RAM Disk erhalten, auf der ein Ubuntu Linux System mit vielen nützlichen Anwendungen werkelt. Die Bezugsquellen für die benötigten Programme und Dateien finden Sie am Ende des Artikels.

Eines vorab! Im Workshop geht es nur darum, zu zeigen, wie man ein Betriebssystem auf einer RAM Disk betreiben kann. Das Ergebnis, hier das Ubuntu System, ist von untergeordneter Bedeutung. Sie können letztlich jedes von der Virtualisierungsumgebung unterstützte Betriebssystem auf eine RAM Disk legen. Für alle, die mit den Begriffen im Zusammenhang mit ArchiCrypt Ultimate RAM Disk nicht ganz so vertraut sind, empfiehlt sich bei Bedarf ein Blick in die Online Hilfe, die im Kapitel Wichtige Begriffe erklärend eingreift.

Vorüberlegungen *

Unser System auf dem wir die RAM Disk mit der virtuellen Maschine betreiben möchten, muss üppig mit Hauptspeicher ausgestattet sein. Absolutes Minimum sind 10 GB. Das System auf dem dieser Workshop durchgeführt wurde, verfügt über 16 GB. Natürlich benötigen wir ein 64 BIT Betriebssystem, da nur so der Hauptspeicher jenseits der 3,7 GB angesprochen werden kann. Achten Sie darauf, dass die Windows Version nicht nur 64 bittig ist, sondern die Version auch softwareseitig die Menge an Hauptspeicher unterstützt. Windows 7 Home Basic zum Beispiel unterstützt auch in der 64 BIT Version NUR 8 GB! Hier finden Sie eine Übersicht…

Für die RAM Disk wird eine Größe von 5 Gigabyte vorgesehen. VMWare selbst schlägt bei der Installation von Ubunto eine Größe von 20 GB Disk Kapazität vor. Diesen Wert können wir auf 4,5 GB herabsetzen.

Wenn Sie einen größeren Wert angeben, müssen Sie später eine entsprechend größere RAM Disk erzeugen.

Die meisten Vorgaben die VMWare für die Installation macht, können Sie übernehmen. Wichtig ist allerdings die Einstellung für den Hauptspeicher des virtuellen Rechners. Linux Systeme sind im Allgemeinen nicht so ressourcenhungrig wie Windows Systeme. Ein Gigabyte kann man dem Gastsystem zugestehen. Natürlich braucht das Hostsystem (Herbergs-System) für sich und alle dort laufenden Programme ebenfalls ausreichend Reserven. Meist sind hier 3 Gigabyte Reserve ausreichend.

In dieser Konstellation wäre man also bei einem Bedarf von:

5 GB für die RAM Disk (Bei einer Installationsgröße von ca. 4,5 GB für das Ubuntu System)
1 GB Hauptspeicher für das Gastsystem
3 GB Hauptspeicher für das Host System
======
insgesamt also ca. 9 GB Hauptspeicher 

Die Installation des Gastsystems *

Diesen Schritt können Sie nur dann durchführen, wenn Sie VMWare Workstation besitzen!

Erzeugen Sie in VMWare eine neue virtuelle Maschine und wählen Sie als Installationsmedium das ISO Image (siehe Bezugsquellen am Ende des Artikels) von Ubuntu aus.

Als Ziel für die Installation geben Sie bitte NICHT die RAM Disk, sondern einen lokalen Speicherplatz an!

Wenn Sie darum gebeten werden, die Disk Kapazität festzulegen, passen Sie den Wert an Ihre Möglichkeiten an. Wer ordentlich Hauptspeicher hat, kann hier großzügiger sein. Unter 4 Gigabyte droht die Installation oder der spätere Betrieb zu scheitern!

Achtung: Wenn Sie die Disk in einer einzigen großen Datei speichern, müssen Sie später die RAM Disk zunächst als NTFS Datenträger formatieren!

Entfernen Sie ggf. das Häkchen bei Allocate all disk space now.

Lassen Sie die letzten Punkte bei der Voreinstellung und starten Sie den Installationsvorgang. Dieser sollte automatisch durchlaufen. Nehmen Sie möglichst alle Änderungen wie Softwareinstallationen, Anpassung von Bildschirmeinstellungen, Anpassung Sprachpaket etc. jetzt vor. Einige der Änderungen werden erst nach einem Neustart gültig, also starten wir die vrtuelle Maschine neu. Abschließend wird Ubunto heruntergefahren und VMWare wird beendet. Erst durch das Beenden von VMWare wird eine Sperre entfernt, die uns das unkomplizierte Kopieren der virtuellen Maschine ermöglicht.

Erstellen der RAM Disk *

Am schnellsten können wir uns eine RAM Disk mit den gewünschten Eigenschaften erzeugen, in dem wir die gewünschte Größe (hier 5 GB) auf den Ad hoc RAM Disk Slot ziehen. Die RAM Disk wird als flüchtige RAM Disk erzeugt und sofort geladen.

ArchiCrypt Ultimate RAM Disk Schnelles Erstellen einer RAM Disk

ArchiCrypt Ultimate RAM Disk Schnelles Erstellen einer RAM Disk

Per Doppelklick auf den Slot Titel öffnen wir den Windows Explorer. Wenn Sie das Disk Abbild des Ubuntu Systems in einer einzigen großen Datei ablegen (> 4 GB) müssen wir die RAM Disk zunächst im NTFS Dateisystem formatieren. Dazu die geladene RAM Disk im Explorer auswählen, rechte Maustaste betätigen und im Kontextmenü den Eintrag Formatieren … auswählen.

Wichtig: Unbedingt die Option Schnellformatierung auswählen!

Jetzt können wir die Dateien des virtuellen Betriebssystems auf die RAM Disk kopieren. Dazu empfiehlt es sich, den kompletten Ordner zu kopieren. Man vergisst so keine Datei!

Starten Sie jetzt den virtuellen Rechner durch Doppelklick auf die VMX Datei. VMWare sollte starten und mit einer Frage reagieren. VMWare möchte wissen, ob wir die virtuelle Maschine bewegt (auf einen anderen Rechner transferiert – hier müssen dann Anpassungen an eventuell andere Hardwarevoraussetzungen vorgenommen werden) oder nur kopiert haben. In unserem Fall haben wir die Maschine nur kopiert. Wir bestätigen das also, laden die virtuelle Maschine und beenden sie ganz regulär wieder.

Wir könnten jetzt noch die Autostart Funktion von Ultimate RAM Disk verwenden, damit beim Öffnen dieser RAM Disk automatisch die entsprechende virtuelle Maschine gestartet wird. Dazu heften wir die RAM Disk an und klicken auf die Schaltfläche Autostart festlegen.

Navigieren Sie auf der RAM Disk zur Datei mit der Dateiendung vmx und bestätigen Sie die Auswahl.

Eine komprimierte RAM Disk Vorlage erstellen *

Nachdem unsere RAM Disk einsatzbereit ist, erzeugen wir uns eine komprimierte Vorlage.

Zur Erinnerung: Eine Vorlage dient allgemein dazu, eine flüchtige RAM Disk (Änderungen bleiben nicht erhalten) mit dem Inhalt der Vorlage vorzubelegen. In unserem Fall startet die RAM Disk, bei der wir diese Vorlage später verwenden also immer im gleichen Zustand. Wenn wir uns zuvor einen Virus eingefangen haben oder uns unser Ubuntu durch Fehlbedienung zerstört haben, macht das nichts. Ein Klick, und alles wird gut! Das ist zum Beispiel ideal, um sicher Online Banking durchzuführen.

Im ArchiCrypt Youtube Kanal gibt es zum Thema Vorlagen 2 umfangreiche Tutorials, die kaum Fragen offen lassen sollten.

Die komprimierte Vorlage hat den Vorteil, dass wir die virtuelle Maschine platzsparend auf dem System ablegen und schneller einlesen können. Dazu sorgen wir wieder dafür, dass der RAM Disk Slot angeheftet ist und klicken auf Abbild erstellen.

Wählen Sie im Dialog als Dateityp die komprimierte Vorlage aus.

Das Anlegen der komprimierten Vorlage wird etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Verwenden der komprimierten RAM Disk Vorlage *

Wenn Sie möchten, können Sie die Vorlage bei Bedarf per Drag & Drop auf einen freien Slot in Ultimate RAM Disk ziehen. Dadurch wird automatisch ine flüchtige RAM Disk erzeugt, die die komprimierte Vorlage zur Vorbelegung verwendet. Alternativ können Sie eine flüchtige RAM Disk mit Hilfe des Assistenten erstellen und dort unsere neue Vorlage verwenden.

HINWEIS: Es kann sein, dass VMWare bei aktivierter Selbstoptimierung Probleme beim Booten des Systems hat. Verzichten Sie dann ausnahmsweise auf die Funktion Selbstoptimierung!

Mögliche Optimierungen *

Selbstverständlich sollte es auch möglich sein, sich das virtuelle Betriebssystem in einer ruhenden Form abzulegen. Man schickt das System in VMWare in den Ruhemodus. Dabei wird der aktuelle Zustand eingefroren. Wählt man diese Form, spart man ordentlich Zeit beim Start, da das eigentliche Booten der virtuellen Maschine entfällt. Beim Vorbereiten der Ubuntu Installation dürfte man ebenfalls viele Möglichkeiten haben, durch Entfernen einzelner Installationspakete zu optimieren.

Die Vorlage bei Bedarf anzupassen, ist kinderleicht. Einfach die Vorlage zum Beispiel per Drag & Drop auf einen freien Slot ziehen, Anpassungen vornehmen und von der angepassten RAM Disk einfach ein neues komprimiertes Abbild erstellen. Anschließend verwendet man das neue Abbild.

Alternativen zu VMWare *

Sicher kann man das Szenario auch mit anderer Virtualisierungssoftware wie zum Beispiel Virtual Box oder Virtual PC nachstellen. Die Vorgehensweise sollte vergleichbar sein. Dabei gilt es die Besonderheiten der jeweiligen Software zu beachten.

Die Vorgefertigte komprimierte Ubuntu Vorlage *

Die komprimierte Vorlage mit Ubuntu 13.04 können Sie meist direkt verwenden. Sie benötigen dazu jedoch neben ArchiCrypt Ultimate RAM Disk mindestens den VMWare Player (siehe Bezugsquellen). Die RAM Disk hat in geladenem Zustand eine Größe von 5 Gigabyte. Dem Ubuntu System selbst wird 1 GB Hauptspeicher zugesichert. Es ist möglich, dass es aufgrund sehr stark abweichender Hardware zu Problemen kommt und die vorgefertigte virtuelle Maschine bei Ihnen so nicht korrekt arbeitet

Einloggen/Anmelden: Sie können sich nach dem Start als Nutzer ArchiCrypt mit dem Passwort 123 anmelden!

Download der komprimierten Vorlage
WICHTIG: Die komprimierte Vorlage ist ca. 1 GB groß! Der Download einer solch großen Datei kann insbesondere beim Einsatz des Microsoft Internet Explorers zu Problemen führen.

Verwenden Sie daher besser einen Downloadmanager, Firefox oder Google Chrome.
http://load.archicrypt.de/RAMDiskTemplates/Ubuntu12.zard

Bezugsquellen *

ArchiCrypt Ultimate RAM Disk
http://www.archicrypt.de/archicrypt_ultimate_ram_disk.html

VMWare Workstation (optional)
http://www.vmware.com/products/workstation/overview.html
(Wer sich eigene virtuelle Maschinen erstellen will, muss leider etwas tiefer in die Tasche greifen und ca. 190 EURO ausgeben. Derjenige, der sich mit dem Ergebnis dieses Workshops zufrieden gibt, kommt ohne große Kosten aus und kann sich über den Link am Ende des Artikels die fertige RAM Disk herunterladen.)

VMWare Player
https://my.vmware.com/web/vmware/free#desktop_end_user_computing/vmware_player/5_0

Ubunto Iso Image
http://www.ubuntu.com/download/desktop
Im Workshop wurde das Image der Version 13.04 als 32 BIT Windows Version verwendet.

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